Tennisarm

Dr. Nicolas Gumpert und Dr. Matthias Fischer haben sich vom Team des Orthopaedicum Frankfurts auf die Behandlung des Tennisarms spezialisiert. Dr. Gumpert ist seit seinem 6. Lebensjahr Tennisspieler und hat jahrelang diesen Sport leistungsorientiert betrieben.

Der Tennisarm gehört in der Orthopädie zu den kompliziertesten Erkrankungen, da er zur schlechten oder verzögerten Heilung neigt.

Das Orthopaedicum Frankfurt hat sich auf die Behandlung des Tennisarms spezialisiert und behandelt bundesweit tausende Erkrankte.

Terminvereinbarung Ellenbogensprechstunde

Dr. Matthias Fischer - Sportmediziner und Orthopäde Dr. Nicolas Gumpert - Sportmediziner und Orthopäde Das Orthopaedicum Frankfurt befasst sich als Schwerpunktzentrum mit Erkrankungen des Ellenbogens.

Die gegebenen Informationen helfen der Erschließung einer Diagnose, können aber eine persönliche Untersuchung und Beratung nie ersetzen.
Wir beraten Sie gerne in unserer Ellenbogen- sprechstunde! Unsere Ellenbogenspezialisten im Orthopaedicum Frankfurt sind Dr. Matthias Fischer und Dr. Nicolas Gumpert.

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Synonyme

  • Epicondylitis radialis humeri
  • Tennisellenbogen

Definition

Bei einem Tennisarm (Epicondylitis radialis) handelt es sich um einen  schmerzhaften, entzündlichen Reizzustand von Sehnenansätze der Unterarmstreckmuskulatur an einem Knochenvorsprung (Epicondylus) des Ellenbogens.
Beim Tennisarm befindet sich die schmerzhafte Region radialseitig, also  an der Aussenseite des Ellenbogens. Die Erkrankung zählt zu der Gruppe der Enthesiopathien (Sehnenansatzentzündungen, Sehnenansatzerkrankungen). 

Ursachen/Formen

Die Ursache für einen Tennisarm liegt in einer Überbelastung der Sehnen am Unterarm. Ein häufiger Auslöser sind starke körperliche Belastungen beim Sport (wie zum Beispiel beim Tennis, deshalb auch die Bezeichnung Tennisarm). Daneben können aber auch monotone Tätigkeiten im Beruf (Computertätigkeit) oder im Haushalt der Grund für einen Tennisarm sein. 
Synonym wird der Tennisellenbogen auch als Mausarm bezeichnet.

Einseitige Beanspruchung

Werden Belastungen der streckseitigen Muskulatur des Unterarmes zu oft durchgeführt, kann es zu einer Reizung der entsprechenden Sehnenansätze am Oberarmknorren (Epicondylus radialis) kommen. Vor allem Bewegungen, die ein festes Zugreifen und damit zu einer starken Anspannung der Streckmuskulatur am Unterarm führen, können zu einem Tennisarm führen.

Fehlhaltungen

Werden bestimmte Bewegungen nicht nur zu häufig sondern auch falsch durchgeführt, kommt es zusätzlich zu einer erhöhten Belastung der Armmuskulatur, was zu starken Schmerzen führen kann. Hierzu gehören:

  • sportliche Aktivitäten wie Tennis- oder Golfspielen 
  • statische Dauerbelastung 

Werden Sportarten, wie z.B. das Golfspielen betrieben, werden regelmäßige gegensinnige Bewegungen durchgeführt, die zu einer Überbelastung der anderen Seite führen.
Man bezeichnet diese Art der Erkrankung auch als Epicondylitis medialis humeri oder auch als Golferarm.
Um beide Erkrankungen voneinander zu unterscheiden, hilft oft die Angabe der entsprechenden Stelle der Beschwerden sowie die Schilderung der durchgeführten Sportarten.

Erkrankungen

Neben den bereits genannten Ursachen können auch einige wenige Krankheiten zu einem Tennisarm führen.

1. Fibromyalgie
Dies ist eine Erkrankung, deren Ursache bis heute noch weitestgehend unbekannt ist und sich somit die Behandlung als ziemlich schwierig erweist.
Die Erkrankung ist fortschreitend und führt zu Schmerzen im Bereich der Muskeln und der Sehnen des menschlichen Körpers. Nicht selten sind auch die Muskeln im Bereich des Ellenbogens betroffen und führen zu Beschwerden.

2. Ellenbogengelenksarthrose
Von der Epicondylitis lateralis humeri (Tennisarm) sind noch sekundär degenerative Erkrankungen abzugrenzen, zu denen vor allem die Arthrose im Ellenbogengelenk gerechnet wird. Auch hier kommt es durch eine chronische Fehl- und Überbelastung im Ellenbogengelenk zu einer Schmerzentwicklung, allerdings ist diese hauptsächlich durch degenerative Veränderungen direkt im Ellenbogengelenk verursacht.

Neben Schmerzen im Ellenbogen bei den Bewegungen können hier auch im Röntgenbild Zeichen einer Arthrose erkannt werden wie z.B.

  • Gelenkspaltverschmälerung
  • Ausbildung von Geröllzysten
  • Verknöcherungen

(die bei einer Epicondylitis lateralis humeri fast vollständig fehlen.)

3. Anatomische Veränderungen
Durch Veränderungen im Bereich der knöchernen Rinne durch die der Ulnarisnerv hindurch tritt, kann es im Rahmen einer Verengung des Kanals zu einer teilweisen oder ständigen Kompression kommen.
Auch hier kommt es bei Über- oder Fehlbelastungen zu Beschwerden im Ellenbogen, allerdings sind die Schmerzen im Ellenbogen meistens auch von einer Taubheit des kleinen Fingers des betroffenen Armes begleitet.
Dies kommt daher, dass der Nervus ulnaris den kleinen Finger sensibel versorgt und zu einer Unterversorgung durch erhöhten Druck auf den Nerv führt.

Bewegungen, die vor allem diese beschriebenen Beschwerden auslösen: 

  • häufiges Anwinkeln des Oberarmes im Ellenbogen
  • Aufstützen des Ellenbogens auf den Tisch

Eine Abgrenzung zwischen der hier genannten Sulcus ulnaris Syndrom und dem eigentlichen Tennisarm ist sehr wichtig, da sich die Diagnostik und die entsprechende Behandlung dementsprechend unterscheiden.

Symptome

Patienten mit einem Tennisarm klagen über mäßige bis starke Schmerzen und geben diese in aller Regel nach sportlichen Aktivitäten, wie Tennisspielen oder anderen Sportarten mit schlagender oder schwingender Bewegung an.

Die Schmerzen sind meistens nach Ruhephasen weniger stark bzw. verschwinden komplett. Druck auf die Außenseite des Ellenbogens lässt die Schmerzintensität oft stark ansteigen. Sensibilitätsstörungen und Taubheitsgefühle werden bei einem Tennisarm in aller Regel nicht angegeben.

Mehr Informationen zu den Symptomen des Tennisarms finden Sie hier.

Diagnostik

1. Anamnese (Krankengeschichte)
Einer der wichtigsten Elemente in der Diagnostik ist eine ausführliche Befragung des Patienten (Anamnese). Hier muss deutlich erfragt werden, welche Art von Beschwerden angegeben werden und vor allem, ob diese nach häufigen sportlichen Aktivitäten ausgelöst werden.

Folgendes ist zur Differentialdignose eines Tennisarms abzuklären:

  • häufiges Tennisspielen oder entsprechende Sportarten mit entsprechenden Beschwerden
  • verneintes Taubheitsgefühl im Arm oder Händen 
  • evtl. Verletzung in näherer Vergangenheit (ob er in den letzten Wochen oder Monaten einen Unfall hatte) 

2. Körperliche Untersuchung
Nach der Anamnese sollte eine ausführliche körperliche Untersuchung durchgeführt werden. Diese sollte aus einer Begutachtung des Ellenbogens bestehen, um zu sehen, ob es zu Schwellungen oder Rötungen im Bereich des Ellenbogens gekommen ist.

Des Weiteren sollte versucht werden, ob ein Druck auf den Ellenbogen (v.a. an der Außenseite) zu einer Verstärkung der Beschwerden führt. Eine entsprechende Verstärkung der Schmerzen durch Druck spricht bereits für einen stark für einen Tennisarm.

3. Diagnostische Bildgebung
Grundsätzlich ist bei dem Verdacht auf das Vorliegen eines Tennisarmes die Anamnese und die klinische Untersuchung zunächst ausreichend. Bei unklaren Befunden ist ein bildgebendes Verfahren erfordelich.

Als bildgebende Diagnostik sollte ein Röntgenbild des Ellenbogens angefertigt werden, um entsprechende degenerative Erkrankungen oder sogar Frakturen auszuschließen. In aller Regel ist ein Tennisarm unauffällig im Röntgenbild.

Zeigt sich ein unauffälliges Röntgenbild und sind die Hinweise auf einen Tennisarm nicht ausreichend, sollte die Durchführung eines MRTs des Ellenbogens überlegt werden. In dieser auch als Magnetresonanztomografie bezeichneten Untersuchungstechnik können weiche Strukturen, wie Sehnen und Muskeln dargestellt und entsprechende Verletzungen oder Anrisse gesehen werden.
Stellt sich auch hier ein unauffälliges Bild dar, ist der Verdacht auf ein Tennisarm-Syndrom weiter erhärtet.

Eine weitere diagnostische Maßnahme ist die Ultraschalluntersuchung des Gelenkes. Auch damit können degenerative Gelenkprozesse ausgeschlossen und dadurch der Verdacht auf ein Tennisarm-Syndrom erhärtet werden. Die Untersuchung ist günstig, hat keine Nebenwirkungen aber besitzt dafür allerdings nur geringe Aussagekraft.

Lesen Sie auch mehr zu diesem Thema unter: Diagnose des Tennisarms

Therapie / Behandlung des Tennisarms

Es gibt zahlreiche Behandlungsansätze beim Tennisarm.
Man unterscheidet

  • nicht operative/konservative Therapieansätze und
  • operative Ansätze

Grundsätzlich sollten bei der Behandlung des Tennisarm-Syndroms zunächst alle konservativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft werden, bevor eine operative Therapie durchgeführt wird. 

1. Nicht-operative /konservative Therapie

Reduktion der schmerzauslösenden Bewegungen
Die wichtigste Maßnahme nach Diagnose eines Tennisarm-Syndroms ist die Schonung und das Vermeiden von Bewegungen, die ein Tennisarm-Syndrom auslösen oder verschlimmern. Auch weitere Bewegungen, die einer schwingenden Bewegung gleichen, sollten reduziert oder möglichst komplett unterlassen werden.

Kühlung
Des Weiteren sollte der Ellenbogen gekühlt werden. Hierzu eignen sich Icepacks, die in regelmäßigen Abständen am Tag auf den Ellenbogen gelegt werden sollten. Vor allem sollte der Arm so lange wie möglich am Tag gestreckt oder teilgestreckt verbleiben.

Medikamentöse Therapie
Medikamentös kann der Einsatz von entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten sinnvoll sein. Hier wären vor allem Medikamente der Gruppe der Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) zu nennen. Zu ihnen zählen zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac. Diese Gruppe von Medikamenten haben neben einer schmerzstillenden (analgetischen), auch eine entzündungshemmende (antiphlogistische) Wirkung. Das bedeutet, dass beim Einsatz solcher Medikamente keine rein symptomatische Therapie erfolgt, sondern durch die entzündungshemmende Wirkung, auch die Ursache, nämlich die Entzündung, behandelt wird.

Eine sehr effektive Entzündungshemmung erreicht man auch durch eine Infiltration der Sehnensätze mit einem lokal wirksamen Kortisonpräparat, welches fettlöslich sein sollte.

Einen sehr hohen Stellenwert in der Behandlung des Tennisarm-Syndroms hat die so genannte Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT). Die Stoßwellentherapie ist in der Therapie des Tennisarm-Syndroms hoch effektiv und ohne nennenswerte Nebenwirkungen. 
Das Orthopaedicum Frankfurt hat sich auf die Behandlung mit der Stoßwelle besonders spezialisiert.
Wirkweise und Effekt habe wir nochmals detailliert unter Tennisarm und Stoßwellentherapie beschrieben

Eine Stoßwelle ist eine akustische Druckwelle von extrem kurzer Dauer. Durch technische Verfahren ist es möglich, die Stoßwelle entweder gezielt (fokussiert) in die Tiefe des Gewebes laufen oder sie oberflächlich (radiär) ausbreiten zu lassen. Die Stoßwelle entfaltet ihre Wirkung, indem sie dass entzündete Sehnengewebe reizt. Dabei regt sie komplexe Vorgänge an, welche die Durchblutung und den Zellstoffwechsel im Gewebe fördert. Dadurch wird die Entzündung der Sehnenansätze behandelt somit das Tennisarm-Syndrom geheilt. 

Eine weiter Möglichkeit der Therapie des Tennisarmes ist die die Röntgenreizbestrahlung (Orthovolttherapie). Sie wird von Strahlentherapeuten durchgeführt. Die Strahlentherapie bewirkt ebenfalls eine Entzündungshemmung des erkrankten Sehnengewebes. Es handelt sich dabei aber um eine ionisierende Strahlung. Das heißt, das diese Therapie eine, wenn auch geringen, Strahlenbelastung des Körpers darstellt. 

Zusätzlich zu den bereits oben genannten Therapiemöglichkeiten, kann  Physiotherapie sinnvoll sein. Hier kommt neben physikalischen Maßnahmen, wie zum Beispiel Elektrotherapie oder Ultraschall insbesondere die Quefriktion zum Einsatz. Dabei werden die Sehnenansätze durch den Krankengymnasten quer zur Verlaufsrichtung massiert. Dieses führt zu einer Steigerung der Durchblutung und somit zu einer Entzündungshemmung. Zusätzlich wird damit eine Detonisierung der Muskulatur erreicht.

2. operative Therapie

In einigen Fällen kann es notwendig werden, eine Operation durchzuführen. Obwohl es im Gegensatz zu vergangenen Zeiten mittlerweile eine minimal invasive operative Therapie mit kleinen Schnittstellen und Verzicht auf Vollnarkose gibt, stellt die operative Behandlungsmethode des Tennisarms eher die eine Ausnahmesituation dar, welche bei erfolgloser konservativer Therapie durchgeführt werden kann.

Grund ist vor allem der im Vergleich zu den konservativen Therapiemethoden hohe Aufwand sowie der im Gegensatz hierzu nur durchschnittliche Erfolg. Grundsätzlich werden bei operativen Eingriffen über einen kleinen Hautschnitt die betroffenen Sehenansätze am Ellenbogen durchtrennt. Ein Funktionsverlust der betroffenen Sehnen ist nicht zu erwarten. Je nach OP Methode werden zusätzlich kleine schmerzleitende Nervenendigungen verödet. 

Der operative Eingriff dauert zwischen 15 und 25 Minuten, je nach anatomischen Verhältnissen.

Lesen Sie mehr hierzu auch unter: Therapie / Behandlung des Tennisarms im Orthopaedicum Frankfurt

Prävention

Um der Entstehung eines Tennisarmes vorzubeugen, können einige Übungen durchgeführt und einige Maßnahmen beachtet werden. Übungen und das Heben von schweren Gegenständen sollte nur mit aufgewärmten Muskeln erfolgen, d.h., wenn eine sportliche Aktivität, wie Tennisspielen, durchgeführt werden soll, sollte ein ausreichendes Aufwärmprogramm vorangegangen sein.

Des Weiteren sollten schwere Gegenstände nur mit zum Körper zeigenden Handflächen gehoben werden. Dies führt dazu, dass es nicht zu Verdrehungen des Armes während der Hebung kommt, die im Ernstfall zu Komplikationen führen könnten. Wenn möglich, sollte ein normales, dem Leistungsstand des Betroffenen angepasstes, Training durchgeführt werden.

Entsprechende Dehnübungen sollten vorangegangen sein. Es kann hilfreich sein, den Ellenbogen bei Bewegungen, wie die des Tennisspielens, zu bandagieren, um eine entsprechende Überbelastung zu vermeiden.

Komplikationen

Es gibt schwere Verläufe, die vor allem dann auftreten können, wenn erste Warnzeichen des Körpers nicht wahrgenommen werden und die Armbewegungen weiter durchgeführt werden.

Es kann in schweren Fällen zu irreversiblen Muskelverkürzungen und Sehnenabrissen kommen, die ausschließlich durch operative Techniken behandelt werden können. Die Erfolgsaussichten hierbei sind durchwachsen, im Falle eines schweren Verlaufes müssen in den allermeisten Fällen Sportarten, wie Tennis in der Zukunft komplett unterlassen werden.

Viele weitere Informationen erhalten Sie auch auf der Seite Dr-Gumpert.de: Tennisarm

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