Der Meniskus und seine Funktionen

Der Meniskusriss ist eine häufige Verletzung des Kniegelenks. Im Orthopaedicum Frankfurt wird ein Meniskusriss in Abhängigkeit der Beschwerden konservativ oder operativ behandelt. Nicht jeder Meniskusriss muss operiert werden.

Lassen Sie sich bei einem Meniskusriss von den Spezialisten im Orthopaedicum Frankfurt beraten.

 

Zusammenfassung

In jedem Kniegelenk gibt es zwei Menisken (griechisch: halbmondförmig).

Die Graphik zeigt einen Blick von oben auf die Gelenkfläche des Schienbeins (Tibia).

Der Innenmeniskus liegt medial -also an der Innenseite des Kniegelenks (siehe auch 2.).

Der Außenmeniskus liegt an der Außenseite des Kniegelenks, also lateral (siehe auch 1.).

Ein Meniskus ist eine knorpelige halbmondförmige Struktur, die auf der Gelenkfläche des Schienbeins (Tibia) aufliegt.
Beide Menisken und der Knorpel des Schienbeins haben direkten Kontakt zu der knorpeligen Gelenkfläche der Oberschenkelkondylen (Oberschenkelrollen).

Ein Meniskus hat verschiedene Funktionen:

  • Gleichmäßige Druckübertragung durch Formschluss zwischen den unterschiedlich geformten Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkel
  • Stoßdämpfung

 

Der Meniskus wird anatomisch in verschiedene Segmente eingeteilt:

  • das Vorderhorn (1)
  • die Pars Intermedia (Zwischenteil) (2)
  • das Hinterhorn (3)

Ein Meniskusriss tritt am häufigsten im Innenmeniskushinterhorn auf.

Abbildung Meniskus

  1. Innerer Meniskus -
    Meniscus medialis
  2. Innerer Gelenkknorren (Schienb.) -
    Condylus medialis
  3. Querband des Kniegelenks -
    Lig. transversum genus
  4. Kniescheibenband - Lig. patellae
  5. Schleimbeutel - Bursa
  6. Äußerer Meniskus -
    Meniscus lateralis
  7. Äußerer Gelenknorren (Schienb.) -
    Condylus lateralis
  8. Vorderes Kreuzband -
    Lig. cruciatum anterius
  9. Hinteres Kreuzband -
    Lig. cruciatum posterius
  10. Oberschenkelknochen - Femur
  11. Schienbein - Tibia
  12. Kniescheibe - Patella

Anatomie

Der Meniskus des Kniegelenks stellt eine halbmondförmige Scheibe dar, die aus Knorpelgewebe aufgebaut ist. Innerhalb des Kniegelenks ist der Meniskus unmittelbar zwischen dem Ober- und Unterschenkel lokalisiert und kann auf diese Weise starke Krafteinwirkungen, die auf das Kniegelenk einwirken, abfedern (Stoßdämpfung). Zudem besteht die anatomische Funktion des Meniskus darin die Gelenkschmiere besser zu verteilen. Um diese Funktionen adäquat ausführen zu können, besitzt der Meniskus des Kniegelenks eine besondere Anatomie. In diesem Zusammenhang muss der sogenannte Innenmeniskus vom Außenmeniskus unterschieden werden. Angepasst an die kuppelartige Anatomie der Gelenkfläche der Tibia (beziehungsweise des nach außen weisenden Tibiaplateaus) hat der Außenmeniskus die Form eines 5/6 Kreises (C-Form). Die spezielle, an das äußere Tibiaplateau angepasste Anatomie des Außenmeniskus ermöglicht eine höhere Beweglichkeit. Der Außenmeniskus lässt im Regelfall eine Verschiebung von ungefähr 11,8 mm zu. Der innere Meniskus hingegen weist die Anatomie eines Halbkreises auf. Aufgrund der Muldenform der inneren Gelenkfläche der Tibia ist der Innenmeniskus im Vergleich zum äußeren Meniskus deutlich weniger voluminös. Darüber hinaus sind die Enden dieses Meniskus wesentlich straffer fixiert. Aus diesem Grund weist der Innenmeniskus durchschnittlich weniger Bewegungsfreiheit auf (lediglich bis zu 5,1 mm).
Auf morphologischer Ebene unterscheidet man die Anatomie der Meniskusbasis von den übrigen Anteilen. Die jeweilige Basis des Meniskus steht in unmittelbarer Verbindung zur Gelenkkapsel. Durch diese können kleinste Gefäße bis in das mittlere Drittel des Meniskus vordringen. Der zentrale Anteil des Meniskus hingegen ist gefäßfrei und wird lediglich von der Gelenkflüssigkeit ernährt. Diese Unterscheidung hat vor allem im Hinblick auf die therapeutische Versorgung von Defekten des Meniskus Relevanz. Auch die sensible Versorgung ist nicht in jedem Bereich des Meniskus gleich. In diesem Zusammenhang unterscheidet sich die Anatomie der Vorder- und Hinterhörner von den üblichen Meniskus-Anteilen. Im Bindegewebe der Vorder- und Hinterhörner liegen zahlreiche sensible Nervenendigungen, die Reize über das Rückenmark zum Gehirn weiterleiten. Schäden im Bereich des Meniskus können weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Funktion des Kniegelenks haben. Bei anhaltenden Schmerzen sollte aus diesem Grund zeitnah ein Facharzt aufgesucht werden.

Funktion

Die Funktion des Meniskus besteht vor allem darin die auf die knöchernen Gelenkanteile einwirkenden Kräfte abzufangen. In diesem Zusammenhang wirken sowohl der Innen- als auch der Außenmeniskus als Stoßdämpfer. Darüber hinaus füllt der Meniskus auf Grund seines keilförmigen Aussehens die natürliche Lücke zwischen den rundlichen Oberschenkelrollen (Fachwort: Femurkondylen) und dem Schienbeinplateau (Fachwort: Tibiaplateau). Aufgrund der Feinstruktur des Meniskus kann er sich den einwirkenden Bewegungen anpassen und deshalb seine Funktion besonders gut erfüllen.

  • Verbesserung des Gelenkkontaktes
    Innerhalb des Kniegelenks treffen die knöchernen Gelenkanteile (Oberschenkel und Unterschenkel) aufeinander. Rein anatomisch weisen diese beiden Strukturen vollkommen unterschiedliche Oberflächen auf und können deshalb keine einwandfreie Gelenkfläche miteinander bilden. Darüber hinaus wäre die Kontaktfläche zwischen Oberschenkelkondylen und Tibiaplateau ohne den zugehörigen Meniskus viel zu gering. Das Kniegelenk würde aus diesem Grund eine enorme Instabilität aufweisen und könnte seine Funktion kaum erfüllen. Die eigentliche Funktion des Meniskus besteht in diesem Zusammenhang darin, die Gelenkfläche zwischen Oberschenkelkondylen und Tibiaplateau zu vergrößern und somit die Stabilität des Kniegelenks zu verbessern.
  • Stabilisation des Kniegelenkes
    Die stabilisierende Funktion schreibt man in diesem Zusammenhang vor allem dem Hinterhorn des Meniskus zu. Dieser wirkt wie eine Art Bremsklotz, der unmittelbar zwischen Unter- und Oberschenkel sitzt und eine Verschiebung des Schienbeinkopfes nach vorne verhindert.
  • Stoßdämpfer: Eine weitere wichtige Funktion des Meniskus besteht darin, als Puffer zu wirken. Dies ermöglicht vor allem die große Elastizität des Meniskus. Histologisch betrachtet besteht der Meniskus aus einem faserig durchzogenen Knorpelgewebe. Diese Feinstruktur ermöglicht es dem Meniskus Stöße die vom Ober- oder Unterschenkel ausgehen abzupuffern und gleichmäßig auf alle Gelenkanteile zu verteilen.

Symptome

Die Symptome, die bei Vorliegen einer Verletzung des Meniskus auftreten, sind in den meisten Fällen recht eindeutig und können vom behandelnden Arzt zuverlässig gedeutet werden. Ein Meniskusriss beispielsweise kann sowohl akut auftreten als auch schleichend entstehen. Die dabei vom betroffenen Patienten verspürten Symptome hängen dabei vom Ausmaß der Schädigung ab.
Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass die Symptome bei einem akuten Meniskusschaden wesentlich stärker ausgeprägt sind als bei einer alters- oder verschleißbedingten Schädigung.
Ein akuter Riss des Meniskus entsteht vor allem im Zusammenhang mit einer Sportverletzung oder bei einem Sturz. Typischerweise setzen die Symptome dabei plötzlich ein. Die betroffenen Patienten verspüren in der Regel starke stechende Schmerzen im Bereich des Kniegelenks. Viele Patienten sind durch diese Schmerzen derart eingeschränkt, dass selbst das Laufen unmöglich wird. Selbst in Ruhe und bei gezielter Hochlagerung des betroffenen Beines lassen die Schmerzen nur mäßig nach. Die genaue Lokalisation der Schmerzen hängt davon ab welcher Meniskus beeinträchtigt ist. In diesem Zusammenhang können die Schmerzen entweder seitlich (lateral) am Knie oder hinten, innen (medial) lokalisiert sein.

Symptome bei Verletzung des äußeren (lateralen) Meniskus:

  • Schmerzen bei Drehung des betroffenen Knies nach innen
  • Einschränkung der Innenrotationsfähigkeit
  • Druckschmerz im Bereich des lateralen (äußeren) Kniegelenkspalts
  • Schmerzen beim Beugen des Knies
  • Schmerzen beim Strecken des Knies
  • diffuse, stechende Schmerzen am gesamten Knie

Symptome bei Schädigung des inneren (medialen) Meniskus:

  • Schmerzen beim Drehen des Knies nach außen
  • eingeschränkte Außenrotationsfähigkeit
  • Druckschmerzen am medialen Kniegelenksspalt
  • Schmerzen bei der Streckung des Kniegelenks
  • Schmerzen beim Beugen des Kniegelenks

Darüber hinaus kann es auf Grund der Verletzung des Meniskus zu einer Ansammlung von Flüssigkeit im Kniegelenksspalt kommen. Dieses Symptom (Kniegelenkserguss) ist für eine Verletzung des Meniskus typisch. Grund für das Auftreten dieses Symptoms ist die Tatsache, dass die Verletzung des Meniskus zur Entstehung entzündlicher Prozesse innerhalb des Gelenkspaltes führt. Im Zuge dessen kann die Gelenkflüssigkeit nicht länger adäquat abgebaut werden und sammelt sich innerhalb des Gelenkes an (Erguss).

Schmerzen

In den meisten Fällen werden Schmerzen im Bereich des Meniskus spontan, beispielsweise beim Sport, ausgelöst. Das gewaltsame Verdrehen des Knies kann zu einer Meniskusverletzung und zum plötzlichen Auftreten von stechenden Schmerzen führen. Kommt es jedoch durch degenerative Prozesse bei Vorliegen einer Arthrose zu Schmerzen, treten diese in der Regel nicht plötzlich auf sondern entstehen allmählich und nehmen kontinuierlich an Intensität zu.
Schmerzen, die im Bereich des Meniskus auftreten und im Zuge einer Sportverletzung entstehen, werden in den meisten Fällen von anderen Symptomen begleitet. Neben den Schmerzen leiden die betroffenen Patienten zumeist unter einer vollständigen oder zumindest eingeschränkten Blockade des Kniegelenks. Je nachdem welcher Meniskus betroffen ist (Innen- oder Außenmeniskus) weisen die vom Patienten verspürten Schmerzen eine typische Lokalisation auf. Darüber hinaus lassen sich die Schmerzen je nachdem welcher Meniskus geschädigt ist, durch andere Bewegungen provozieren.
Degenerative Schmerzen im Bereich des Meniskus treten vor allem im Zusammenhang mit Arthrose auf. Von dieser Gelenkerkrankung betroffen sind vor allem ältere Menschen oder Personen, die ihre Kniegelenke dauerhaft falsch und übermäßig belasten. Die typischen Schmerzen werden durch die Reibung der einzelnen Gelenkflächen aufeinander provoziert. Arthrose bedingte Schmerzen am Kniegelenk können jedoch auch im Zusammenhang mit einer nicht richtig ausgeheilten Verletzung des Meniskus entstehen. Aufgrund der nicht ordnungsgemäß behandelten Defekte im Bereich des Meniskus kommt es auf lange Sicht zu einer Degeneration des Knorpelgewebes und einer damit einhergehenden Schmerzentstehung.

Meniskus angerissen

Schmerzen entstehen nicht nur in Fällen, in denen der Meniskus vollständig durchtrennt ist. Bereits ein angerissener Meniskus kann bei den betroffenen Patienten zu einer ausgeprägten Symptomatik führen. Ist der Meniskus angerissen, so verspüren die Betroffenen in den meisten Fällen plötzlich einsetzende, stechende Schmerzen, die sowohl auf das Kniegelenk beschränkt sein als auch in den Ober- oder Unterschenkel ausstrahlen können. Darüber hinaus verursacht ein Meniskus, der angerissen ist, bei vielen Patienten eine deutliche Einschränkung des gewöhnlichen Bewegungsumfangs. In den meisten Fällen lässt sich das Bein bei Vorliegen eines angerissenen Meniskus weder vollständig beugen noch in normalem Ausmaß strecken. Patienten, die vermuten an einem Meniskus, der angerissen ist, zu leiden, sollten umgehend einen Facharzt aufsuchen. Nur auf diese Weise kann eine gezielte Behandlung eingeleitet und Folgeschäden verhindert werden.

Ein angerissener Meniskus kann - gerade wenn der Meniskus altersmüde wird - auch überhaupt keine Beschwerden machen.

Terminvereinbarung Kniesprechstunde

Dr. Jürgen Specht - Sportmediziner und Orthopäde Dr. Nicolas Gumpert - Sportmediziner und Orthopäde Das Orthopaedicum Frankfurt befasst sich als Schwerpunktzentrum mit Erkrankungen des Kniegelenks.

Die gegebenen Informationen helfen der Erschließung einer Diagnose, können aber eine persönliche Untersuchung und Beratung nie ersetzen.
Wir beraten Sie gerne in unserer Kniesprechstunde! Unsere Kniespezialisten im Orthopaedicum Frankfurt sind Dr. Jürgen Specht und Dr. Nicolas Gumpert.

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Weitere Informationen zum Meniskusriss

Hier haben wir weitere Informationen für Sie zusammengestellt: