Kreuzbandriss

Ein Kreuzbandriss ist eine schwere und komplexe Verletzung des Kniegelenks. Entscheidend ist eine rasche und präzise Diagnostik. Wir entscheiden immer individuell, ob eine konservative Therapie oder eine Operation sinnvoll ist.

Unsere Therapieempfehlungen orientieren sich hierbei an den Ergebnissen neuester wissenschaftlicher Untersuchungen, den Leitlinien der Fachgesellschaften und unserer jahrelangen Erfahrung in der Kreuzbandchirurgie

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Dr. Jürgen Specht - Sportmediziner und Orthopäde Dr. Nicolas Gumpert - Sportmediziner und Orthopäde Das Orthopaedicum Frankfurt befasst sich als Schwerpunktzentrum mit Erkrankungen des Kniegelenks.

Die gegebenen Informationen helfen der Erschließung einer Diagnose, können aber eine persönliche Untersuchung und Beratung nie ersetzen.
Wir beraten Sie gerne in unserer Kniesprechstunde! Unsere Kniespezialisten im Orthopaedicum Frankfurt sind Dr. Jürgen Specht und Dr. Nicolas Gumpert.

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Definition

Unter einem Kreuzbandriss versteht man eine komplette oder inkomplette Zerreißung des vorderen oder des hinteren Kreuzbandes im Kniegelenk.

Fast immer ist ein Kreuzbandriss durch einen Unfall verursacht. Ein Riss des vorderen Kreuzbandes ist weitaus häufiger als der des hinteren Kreuzbandes. Der Kreuzbandriss führt zu einem Instabilitätsgefühl im Kniegelenk. Oftmals bestehen auch Schmerzen und Schwellungen.

Folgende Begleitverletzungen sind häufig:

  • Meniskusriss
  • Innen- oder Außenbandriss
  • Knorpelkontusion / Knorpelschaden
  • Absprengung eines Knorpelfragments
  • Kniescheibenluxation (Patellaluxation) mit Verletzung des medialen Halteapparates und des medialen patellofemoralen Ligaments (MPFL)
  • Einrisse der Gelenkinnenhaut (Synovialmembran)
  • Einblutung in den Gelenkraum (Hämarthros)
  • knöcherne Verletzungen

Daher ist ein rasche und umfassende Diagnostik zur Erfassung des gesamten Verletzungsmusters entscheidend, um eine schnelle und gezielte Therapie einzuleiten.

Was sind eigentlich die Kreuzbänder?

Roter Pfeil zeigten den Kreuzbandriss

Verschiedene Bänder sorgen für Stabilität im Kniegelenk und für eine optimale Funktion.

Man unterscheidet ein vorderes und ein hinteres Kreuzband. Diese beiden Bänder gehören zusammen mit den Seitenbändern zum Stabilisierungsapparat des Kniegelenks.

Das vordere und hintere Kreuzband haben die Aufgabe, die Gelenkflächen des Ober- und Unterschenkels während einer Streck- oder Beugebewegung nicht nach vorne oder hinten "rutschen" zu lassen. Beide Kreuzbänder geben dem Kniegelenk also eine "innere Stabilität".

Das vordere Kreuzband, das anatomisch auch Ligamentum cruciatum anterius genannt wird, entspringt in einer Auswölbung am Oberschenkelknochen (Interkondylarregion) und setzt flächig in der Mitte des Kniegelenks am Unterschenkelknochen (Tibia) an. Das vordere Kreuzband besteht aus verschiedenen Bündeln, von denen ein Teil in jeder Gelenkstellung angespannt ist. 

Das hintere Kreuzband wird anatomisch auch als Ligamentum cruciatum posterius bezeichnet. Es verbindet zur Kniekehle hin Ober- und Unterschenkelknochen. Seine Aufgabe besteht darin, den Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel bei einer Bewegung im Kniegelenk nicht nach hinten "rutschen" zu lassen.

Die Bezeichnung Kreuzbänder beruht auf dem anatomischen Verlauf der Bandfasern: von vorne betrachtet überkreuzen sich die Fasern des vorderen und des hinteren Kreuzbandes.

 

Abbildung Kreuzband

Kreuzbänder
  1. Knorpelfläche am Oberschenkel (Femur)
  2. Innenmeniskus
  3. Vorderes Kreuzband
  4. Schienbein (Tibia)
  5. Außenmeniskus

 

 

 

 

Am vorderen Kreuzband werden anatomisch zwei Hauptbündel unterschieden: das anteromediale und das posterolaterale Bündel.

Das anteromediale ist das längste der Kreuzbandbündel. Er wird insbesondere bei der Beugung des Kniegelenks angespannt und zeigt daher auch das größte Risiko für einen Riss. Das posterolaterale Bündel wird bei der Kniestreckung angespannt.

Die Faserbündel im Kreuzband verlaufen in leicht unterschiedlichen Richtungen, sodass in jeder Gelenkstellung ein Teil der Fasern im Kreuzband angespannt sind.

Im hinteren Bereich des Knies liegt das hintere Kreuzband, das auch Ligamentum cruciatium posterius genannt wird. Es spannt sich zwischen dem hinteren, der Kniekehle zugewandten Teil des Oberschenkelknochens (Femur), und der Hinterkante des Unterschenkelknochens (Tibia) aus.

 

Symptome eines Kreuzbandrisses

Bei einem vorderen Kreuzbandriss sind folgende Symptome typisch:

  • die Betroffenen verspüren ein Knacken oder schlagartigen Knallen im Knie
  • Es treten unmittelbar mehr oder weniger stark Schmerzen auf
  • Nach einiger Zeit kann es zu einer Schwellung des Kniegelenkes kommen.
    Verantwortlich hierfür ist eine Einblutung in den Gelenkraum (Hämarthros).
  • In der Folge kann es zu einem Gefühl der Instabilität im Kniegelenk kommen, das auch bei einer klinischen Untersuchung geprüft wird (Lachmann-Test, Schubladenphänomen).

Mehr Informationen finden Sie unter unserem Thema: Symptome des Kreuzbandrisses

Ursachen des Kreuzbandrisses

Kreuzbandrisse sind schwerwiegende Knieverletzungen und zählen in der Orthopädie generell zu den Verletzungen, die rasch diagnostiziert werden müssen.

Das vordere Kreuzband reißt durch unterschiedliche Unfälle, Einflüsse und Ursachen. Das vordere Kreuzband wird meistens dann beschädigt, wenn der Fuß auf dem Boden fixiert ist und es dann bei leicht gebeugtem Kniegelenk zu einer plötzlichen Drehbewegung im Knie kommt (kombinierter Rotations- und Valgusstress).

Seltenere Ursachen sind eine plötzliche übermäßige Streckung (Extension) im Kniegelenk oder eine rasche Anspannung der Oberschenkelmuskulatur. In all diesen Fällen geraten die Fasern des Bandes unter einen unphysiologisch hohen Zug. Meistens reißt das vordere Kreuzband an der Fixation am Oberschenkelknochen (Femur) ab.

Diese Bewegungen treten vor allem bei Kontakt- oder Ballsportarten auf, wie

  • Fußball
  • Basketball
  • Handball
    und
  • Tennis.

Aber auch eine übermäßige Krafteinwirkung auf das Kniegelenk, wie z.B. beim Skifahren (häufigste Ursache) , kann zu einem Kreuzbandriss führen.

Ein hinterer Kreuzbandriss ist seltener als der des vorderen. Zu einem Riss des hinteren Kreuzbandes kann es kommen, wenn der Unterschenkel bei gebeugten Kniegelenk gegenüber dem Oberschenkel schlagartig nach hinten bewegt wird. So kann das hintere Kreuzband z.B bei einem heftigen Sturz auf das gebeugte Knie verletzt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: Ursachen des Kreuzbandrisses

Diagnose - welche Untersuchungen sind notwendig?

Untersuchung des vorderen Kreuzbandes durch den "Schubladentest"

Die Diagnose des Kreuzbandrisses kann durch folgende Maßnahmen gestellt werde

  • Untersuchung des Knies
    Beim Riss des vorderen Kreuzbandes lässt sich der Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel nach vorne verschieben (vorderes Schubladenphänomen). Beim hinteren Kreuzbandriss kann der Unterschenkel nach hinten gedrückt werden (hinteres Schubladenphänomen). Die Untersuchungen werden immer im Vergleich zur unverletzten Gegenseite zur Stellung der Diagnose durchgeführt.
  • Röntgen Kniegelenk
    Eine konventionelle Röntgenaufnahme wird angefertigt, um knöcherne Begleitverletzungen zu erfassen oder auszuschließen.
  • MRT / Kernspin
    Die Magnetresonanztomographie (MRT) als modernes Schnittbildverfahren gibt einen Einblick in praktisch sämtliche Strukturen des Kniegelenks. Beurteilt werden neben dem vorderen und hinteren Kreuzband die knöchernen Anteile an Ober- und Unterschenkelknochen (Femur, Tibia und Fibula), die Kniescheibe (Patella), der Knorpel, der Innen- und Außenmeniskus, die Seitenbänder, sowie umgebende Muskeln und Sehnen.
    Das MRT stellte die wertvollste Untersuchungsform zum stellen der Diagnose dar.
  • CT
    Bei bestimmten Fragestellungen können weitere Röntgenbilder oder auch eine Computertomographie notwendig werden. 

Lesen Sie mehr zum Thema: Diagnose des Kreuzbandrisses

Therapie und OP des Kreuzbandrisses

Entscheidend bei einem Kreuzbandriss ist eine rasche Diagnostik und die Einleitung einer individuellen Therapie. Ob eine konservative Behandlung ausreicht, oder ob eine kurzfristige OP bei einem Kreuzbandriss ratsam und notwendig ist, muss immer im Einzelfall entschieden werden.

Liegt ein inkompletter Kreuzbandriss (Kreuzband angerissen) vor oder zeigt sich keine ausgeprägte Instabilität, so kann durchaus eine konservative Therapie erfolgen. Das Kniegelenk kann dabei mit einer Knieorthese versorgt werden, die von außen für Stabilität sorgt, damit der Kreuzbandriss unter Bildung einer Narbe verheilen kann.

Das langfristige Ziel ist ein stabiles und komplett belastbares Kniegelenk in allen Bereichen des Lebens: sowohl im Alltag, als auch im Hochleistungssport.
Lesen Sie mehr zum Thema konservative Therapie bei einem Kreuzbandriss mehr unter dem Kapitel: Kreuzbandriss Therapie

Liegt direkt nach dem Unfall eine Instabilität vor und besteht ein hoher Leistungsanspruch, z. B. bei einem Sportler (z.B. Fußball, Tennis, Skifahren), dann sollte nach einer kurzen Phase der Schonung des Kniegelenks (in der Regel 2-6 Wochen) eine Operation in Form einer Kreuzbandnaht oder einer Kreuzbandplastik erfolgen.

Zu den wichtigen Entscheidungskriterien neben dem sportlichen Anspruch stehen:

  • Alter des Betroffenen
  • Begleitverletzungen (z.B. Meniskusriss, Innenbandriss, Impressionsfraktur Tibiaplateau)
  • vor dem Unfall bestehender Verschleiß (Kniearthrose)
  • muskulärer Zustand des Kniegelenks
  • beruflicher Anspruch an das Kniegelenk

Auch in diesem Fall sind Art und Umfang der OP, als auch der Operationszeitpunkt sowie die Nachbehandlung individuell abzustimmen, um das bestmögliche Ergebnis nach einem Kreuzbandriss zu erzielen. Als Ersatz für das gerissene vordere Kreuzband werden in der Regel ein oder zwei hintere Oberschenkelsehnen (Semitendinosus- und ggf. Gracilissehne) verwendet.
Als Alternativen, die allerdings seltener verwendet werden, stehen noch die Patellarsehne (Kniescheibensehen), aber auch die Quadricepssehne (vordere Oberschenkelsehne) zu Verfügung. 

Wie eine OP nach einem Kreuzbandriss abläuft, erfahren Sie unter unserem Kapitel: Kreuzbandriss OP

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